Die Repression der Militärjunta unterband in den ersten Jahren nach dem Militärputsch die Organisation und Restrukturierung der oppositionellen Parteien und Organisationen. Es kam nicht zu einen massenhaften bewaffneten Widerstand gegen die Militärdiktatur. Der Widerstand bestand hauptsächlich in informellen Formen, wie z.B. Arbeitsverweigerung, das Sprühen von Parolen gegen die Diktatur und Demonstrationen.
Im Untergrund kam es zu einer Zersplitterung der linken Parteien, in der Hauptsache der PS, die sich in Flügelkämpfen über die Frage, wie der Widerstand organisiert werden sollte und wer für das Desaster von 1973 verantwortlich war, zerstritt[2]. In den nächsten Jahren fanden sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen (Gewerkschaft, Kirche, pobladores, Schüler und Studenten) zu Protestmärschen, Straßenkämpfen und Generalstreiks zusammen und forderten den Rücktritt der Militärregierung.
Die katholische Kirche Chiles regierte auf die Repression der Militärjunta mit der Unterstützung der Verfolgten und ihrer Familienangehörigen. Sie organisierte die finanzielle und juristische Hilfe für die Verfolgten. Große Bekanntheit errang dabei die Organisation „Vicaría de la Solidaridad“ (1976)[4]. Außen vor blieben bei diesem Bündnis die PC, die PS (Almeyda) und die MIR. Dies hatte seine Gründe darin, dass die PDC keine Zusammenarbeit mit den radikalen linken UP-Anhängern eingehen wollte. Das Ziel der AD bestand am Anfang aus der Forderung des Rücktritts des Präsidenten Pinochet. Mit dem Scheitern der ruptura-Strategie[6]gründete die PC einen bewaffneten Arm ihres Widerstandes und versuchte, mit Sabotageakten und Entführungen die Diktatur zu bekämpfen. Ihre spektakulärste Aktion war der gescheiterte Versuch, 1986 den Diktator Pinochet zu ermorden.
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1. Klumpp, Guido, Vergangenheitsbewältigung durch Wahrheitskommissionen…, S.27-28
2. „Vor allem aber lösten die ökonomischen und sozialen Folgen der Krise (Einkommensverluste, Arbeitslosigkeit) eine soziale Protestbewegung aus, die die Leistungslegitimation untergrub und – u.a. durch ein Wiedererstarken der Gewerkschaft – auch das definitive Ende der angestrebten Entpolitisierung der chilenischen Gesellschaft bedeutete.“ Thiery, Peter, Transformationen in Chile…, S.100
3. Solidaritätsvikariat – Organisation der Katholischen Kirche Chiles zur Unterstützung der Gefangenen und Verschwundenen und ihrer Familienangehörigen.
4. FAZIO VENGOA, Hugo, La democratización chilena en una perspectiva histórica. URL: www.lablaa.org/blaavirtual/revistas/analisispolitico/ap22.pdf, gesehen 10.06.07
5. „Die Phase 1983 – 1985 stand unter der Maxime der Rückkehr zur Demokratie per Ablösung Pinochets, d.h. die Oppositionsparteien verfolgten eine maximalistische Option, die auf eine ruptura oder zumindest eine demokratische Lösung zusammen mit dem gemäßigten Sektoren des Regimes zielte.“ Thiery, Peter, Transformationen in Chile…, S.152
6. Frente Patriótico Manuel Rodríguez (FPMR – Patriotische Front Manuel Rodriguez)