Unabhängig von der Repression und den zivilrechtlichen Einschränkungen, die der Staatsstreich und die Politik der Militärjunta bedeuteten, gab es einen beträchtlichen Teil der chilenischen Bevölkerung, der die Diktatur bei ihrem Bestreben nach Herstellung eines neuen Chiles unterstützte. Zum Einen fand die Militärdiktatur in den konservativen und halb-faschistischen Parteien (PN, Patria y Libertad) eine große Unterstützerschaft, da diese mit den Werten und Zielen der Militärregierung zu großen Teilen übereinstimmten, zum Anderen sah die chilenische Unternehmenselite und Hochfinanz die Neuausrichtung der chilenischen Wirtschaft mit positiven Augen. Außerdem stützte sich die Militärregierung auf viele zivile Minister, Berater und Beamte. Eine neue Technokratenelite erlangte unter der autoritären Herrschaft der Diktatur völlige Handlungsfreiheit, um ihre Ziele durchzusetzen.[1]

Dies wurde auch deutlich durch die Reaktion der konservativen Massenmedien. Es zeigte sich, dass sich die Massenmedien fast kritiklos der Informationspolitik der Militärjunta unterstellten und die Wirtschaftspolitik positiv bejubelten. Das konservative Blatt El Mercurio hob sich dabei besonders hervor, weil es die staatlichen Verlautbarungen fast umstandslos und positiv bewertend abdruckte und mit der neuen Militärjunta über lange Zeit ein gutes Verhältnis pflegte.

Ein weiterer Stützpfeiler der Militärdiktatur war der Justizapparat. Traditionell konservativ besetzt, unterstellte er sich ohne großen Widerstand den neuen Machthabern[2] . Das zeigte sich daran, dass sich die Justiz nicht der brutalen Repression des Militärregimes entgegenstellte[3] und alle Verfahren der Familienangehörigen von verschwundenen Gefangenen mit dem Verweis auf die Notstandslage und das Amnestiegesetz von 1978 abwies.

Innerhalb der Bevölkerung genoss die Diktatur in Teilen der Mittelschicht (Facharbeiter, kleine und mittlere Unternehmerschaft) eine breite Unterstützung. Diese entsprang den Teilen der chilenischen Gesellschaft, die in der UP- Regierung eine marxistische und laizistische Diktatur gesehen und um ihr Eigentum gefürchtet hatten. Sie profitierten am wirtschaftlichen Wachstum, das sich unter der Militärdiktatur entwickelte, und begrüßten die wieder reichlich gefüllten Läden wie die Beendigung der politischen Auseinandersetzung aus der UP-Regierungszeit[4].

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1. Imbusch, Peter, Unternehmer und Politik in Chile, Vervuert, Frankfurt am Main, 1995, S.449
2. vgl. Klumpp, Guido, Vergangenheitsbewältigung durch Wahrheitskommissionen…, S. 54
3. Eine justitielle Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen hat während der Diktatur nicht stattgefunden. Die Justiz hat nach dem 11. September 1973 ihre relative Autonomie und Unabhängigkeit schlicht aufgegeben.“ Klumpp, Guido, Vergangenheitsbewältigung durch Wahrheitskommissionen, S.19
4. Wenzl, Ingrid, Der Fall Pinochet Die Aufarbeitung der chilenischen Militärdiktatur, Köln, 2001, S.23

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