Die rechte Opposition versuchte Unterstützer für die gewaltsame Entfernung Allendes aus dem Präsidentenamt innerhalb des Militärs zu finden. Innerhalb der Streitkräfte wütete schon länger eine Auseinandersetzung zwischen den „Konstitutionalisten“ und den „Putschisten“. Wie oben schon erwähnt, vertraten die „Konstitutionalisten“ die Auffassung, dass das Militär der zivilen Regierung untergeordnet sei, während die „Putschisten“ auf dem Standpunkt standen, dass sie die letzte Bastion seien, um die Sicherheit und Integrität des Landes zu gewährleisten.
Im Laufe der Regierungszeit der UP nahmen die Aufrufe rechter Parteien an die Streitkräfte zu, in den Konflikt zu intervenieren und die Allende-Administration zu stürzen. Dies ging von Beleidigungen von Militärangehörigen bis hin zu offenen Aufrufen zu Putschen durch die Opposition. Gleichzeitig riefen linke Gruppen wie die PS und MIR dazu auf, den Befehl zu verweigern, wenn es darum ging, gegen die legal gewählte Regierung zu putschen.

Auf die breite Front der Opposition – innerhalb und außerhalb der Parlamente – reagierte die Regierung, in dem sie ihre politische Basis mobilisierte und auf die Strasse brachte. Die Unterstützer der UP sahen in dem heftigen Widerstand der Opposition einen direkten Angriff auf ihre Ziele und Hoffnungen und reagierten mit einer Radikalisierung ihrer Unterstützung. Auf der einen Seite versuchte die Regierung mit Unterstützung ihrer Basis die Angriffe und Taktiken der Opposition zu durchkreuzen (JAPs [1], Cordones Industriales [2]) und eine starke Unterstützung in Massendemonstrationen zu präsentieren, auf der anderen Seite, organisierte sich die Basis auch außerhalb der UP und gründete Arbeiter- und Nachbarschaftsräte, die über den legalen realpolitischen Rahmen hinaus versuchten, die sozialistische Transformation voranzutreiben.

Die Probleme und Gewalttaten führten dazu, dass sich das Regierungslager wie das Lager der Opposition in ihrer Auseinandersetzung immer weiter radikalisierten. Während die rechte und christdemokratische Opposition mit allen legalen und illegalen Mittel die Arbeit der UP-Regierung verhindern wollte, traten Teile der UP – Regierung und ihrer außerparlamentarischen Basis für eine direktere und schnellere Umsetzung einer sozialistischen Gesellschaft ein, was eine gewalttätigere Reaktion auf die politischen Gegner zur Folge hatte. So forderte die Organisation MIR [3]die Schaffung von Volksräten und Arbeiterräten, die die Macht übernehmen sollten. Die Allende-Regierung sah sich also mit der Situation konfrontiert, auf der einen Seite die Aktionen ihrer stark mobilisierten Basis, die über den legalen und den von Regierung kontrollierten Rahmen hinaustrieben, zwar im Allgemeinen gutzuheißen, aber um die Legalität zu wahren, dämpfen zu müssen, und auf der anderen Seite, mit den Angriffen der Opposition umzugehen, bei denen sie nicht die Mittel hatte, sie zu unterdrücken.

Ende 1972 rief die Opposition zusammen mit verschiedenen Arbeitgeberverbänden [4]zum landesweiten Streik auf. Die Strategie, dass Land unregierbar zu machen, führte dazu, dass Massendemonstrationen der Gegner der UP, landesweite Transporterstreiks und Anschläge von rechten Terrorgruppen an der Tagesordnung waren. In dieser Situation versuchte die Allende-Administration zunächst erfolgreich dem Chaos auf der Strasse dadurch Herr zu werden, dass sie hohe Militärs in die Regierung aufnahm [5].

Mit der Nähe der Parlamentswahlen 1973 änderte sich die Strategie der Opposition. Sie versuchten gemeinsam eine 2/3 Mehrheit zu erreichen, um den Präsidenten durch ein Misstrauensvotum abzusetzen. Aber das Regierungsbündnis errang 44 % und somit verfehlte die Opposition die absolute Mehrheit. Während die Regierung das Wahlergebnis als weiteren Beweis der landesweiten Unterstützung ihrer Politik wertete, sah die Opposition keine andere Möglichkeit als den Staatsstreich.

In dieser Situation versuchte die Allende-Administration eine gewaltsame und bürgerkriegsähnliche Konfrontation innerhalb der chilenischen Gesellschaft zu verhindern. Gegen den Widerstand auch im eigenen Regierungsbündnis versuchte Allende einen Konsens mit der PDC zu finden, was daran scheiterte, dass die PDC solcherlei Forderungen stellte, die in letzter Konsequenz nichts weiter gewesen wären, als die Zurücknahme der Maßnahmen der UP und die Aufweichung ihrer Ziele.

___________________________________

1. Junta de Abastecimiento (Rat für Versorgung) – eine Organisation, die vom Wirtschaftsminister Millas eingeführt wurde, um gegen die Zurückhaltung von Waren durch den Einzelhandel und gegen die Spekulation vorzugehen. Sie bestanden aus Nachbarschaftsorganisationen, die versteckte Warenlager ausfindig machten und die Waren dann im Namen der Regierung verkauften.

2. Cordones Industriales (Industrielle Netzwerke) – eigenständige Netzwerke, die von den Industriearbeitern der verstaatlichen und enteigneten Unternehmen geschaffen und von der Regierung unterstützt wurden, um die Sozialisierung der Produktion voranzutreiben und die Mobilisation der Arbeiter zu gewährleisten.

3. Movimiento de la Izquierda Revolucionaria (MIR – Bewegung der revolutionären Linken)

4. Das chilenische Unternehmertum spielte in jedem Falle eine entscheidende Rolle bei der Destabilisierung und letztendlich Absetzung der Allende-Administration. Man kann sagen, dass es sich im Laufe dieses Prozesses von einer rein objektiven in eine kollektiv handelnde, soziale Klasse verwandelt hat: Korporative Interessen gemäß der Branchenzugehörigkeit oder Betriebsgröße begangen in dem Maße in den Hintergrund getreten, wie das Privateigentum an den Produktionsmitteln als Grundpfeiler der Wirtschaft als solches in Frage gestellt wurde.“ Koch, Max, Unternehmen Transformation…, S.68

Doch die verschiedenen Maßnahmen der Regierung blieben nicht ohne Reaktion durch die chilenische oppositionelle Rechte. Die vorangetriebene Verstaatlichung wurde von ihr heftig kritisiert. So dienten die Enteignungen von Industrieunternehmen dazu, einen wichtigen Teil der chilenischen Mittelschicht von der Unrechtmäßigkeit und Ungesetzlichkeit der Regierung zu überzeugen. Dabei kamen ihnen verschiedene wirtschaftliche Probleme Chiles ab Mitte 1971 zugute. Die steigende Inflation, die durch die hohe in Umlauf gebrachte Geldmenge wuchs, und die Entstehung eines schwarzen Marktes führten dazu, dass die Lohnerhöhung faktisch schrumpften und durch weitere Geldemissionen ausgeglichen werden müssten [1].
Auch das Ausland, allen voran die Vereinigten Staaten, boykottierten die Entwicklungen in Chile. Die Administration Nixon hatte klar die Maxime ausgegeben, dass sich im ‚Hinterhof’ der USA kein weiteres Cuba entwickeln dürfe. Die Maßnahmen reichten vom wirtschaftlichen Boykott über die Finanzierung der Opposition bis hin zur Indoktrinierung der Streitkräfte.
Ab Mitte 1971 mit der Ermordung des PDC – Abgeordneten Perez Zujovic durch eine vermeintliche linke Splittergruppe näherten sich rechte Opposition und PDC an. Beide Parteien kritisierten im Kongress die Regierung, weil dieser die Autorität fehle, das Land zu regieren, und sie mit ihren Maßnahmen die Unsicherheit im Land weiter schüre [2]. Diese propagandistische Bewertung der Politik der UP – Regierung wurde gleichzeitig von allen, der Regierung kritisch eingestellten Medien, u.a. El Mercurio, massiv verbreitet. Dabei verfolgte die Opposition zwei unterschiedliche Strategien. Zum Einen den Versuch, die Regierung dadurch zu stürzen, dass man das Land unregierbar machte, zum Anderen der Versuch, die absolute Mehrheit im Kongress zu erlangen, um den Präsidenten Allende und seine Regierung durch ein Misstrauensvotum abzuwählen.
Die Strategie eines Umsturzes beinhaltete die Verweigerung jeglicher politischer Zusammenarbeit mit der UP, die Ruinierung der Ökonomie, Gegenpropaganda über die Massenmedien Chiles, die mehrheitlich unter der Kontrolle einer konservativen und rechten Unternehmerschaft standen, die politische und juristische Anfechtung der Enteignungen, die Schaffung und Stärkung einer Anti-UP-Haltung innerhalb der Streitkräfte und die Stärkung des Widerstandes der chilenischen Mittelschicht gegenüber der UP-Regierung. Die Maßnahmen, die dafür in Gang gesetzt wurden, waren u.a. die absolute Blockade jeder Gesetzesinitiative der Regierung durch Kongress und Senat, eine Verknappung und Verteuerung der Versorgung an Lebensmitteln durch Zurückhaltung von Waren durch den Einzelhandel, massive Demonstrationen gegen die Regierung und Terroranschläge auf die Infrastruktur und auf Räume der linken Organisationen durch rechte Gruppen wie z.B. Patria y Libertad [3].

__________________________________________

1. Lundahl, Mats, El camino a la dictadura: Desarollo político y económico en Chile 1952-1973, in: Garcia, Rigoberto (Hrsg.), Economía y política durante el gobierno militar en Chile, 1973-1987, Fondo de cultura economica, México, 1989, S.43ff
2. GAUDICHAUD, Frank, Cronología de la Unidad Popular y del “poder popular”(1970-1973). URL: http://www.salvador-allende.cl/Cronologia/Cronologia2.pdf, gesehen 25.08.07
3. Koch, Max, Unternehmen Transformation – Sozialstruktur…, S.69

Zu den ersten Maßnahmen der UP – Regierung gehörte die Nationalisierung der Kupfermienen. Diese Maßnahme wurde von allen Parteien und von der Bevölkerung begrüßt und daher am 11. Juli. 1970 im Kongress einstimmig verabschiedet.
Da es keine Mehrheit für die Verstaatlichung der Banken im Kongress gab, kaufte die UP – Regierung massenhaft Aktienpakete und kontrollierte so ab Ende November 1971 den gesamten Banksektor. Bis Mitte 1972 enteignete sie alle haciendas, die über mehr als 80 Hektar verfügten. Die Maßnahmen der Agrarreform der Regierung wurden gleichzeitig begleitet von illegalen Landnahmen durch die verarmten Landarbeiter, denen die Reform nicht zügig genug vonstatten ging [1].
Der Versuch, den industriellen Sektor gleichsam in seiner Mehrheit unter staatliche Kontrolle zu kriegen, erwies sich als weitaus schwieriger. Die gesetzlichen Grundlagen waren mit der Opposition nicht zu realisieren. Deshalb wurde auf alte, nicht mehr angewendete, nichts desto trotz legale Gesetze zurückgegriffen, die eine staatliche Intervention in Unternehmen gestatteten, wenn die Produktion aufgrund von Arbeitskämpfen gefährdet war. Zudem kaufte die Regierung Unternehmen auf, die vor der Pleite standen. So gelang es bis kurz vor dem Putsch im September 1973 bis zu 507 [2]Firmen entweder durch Enteignung/Intervention oder Ankauf unter staatlicher Kontrolle zu bringen. Auch hier förderte die politische Aktion der UP-Regierung die Initiative der Arbeiterschaft, ihre Produktionsstätten selbstbestimmt verwalten zu wollen.
Weitere staatliche Maßnahmen bestanden darin, die Löhne zu erhöhen, die Staatsaufgaben zu erweitern und Preise für elementare Lebensmittel festzulegen. Die Effekte der Maßnahmen waren zu Anfangs positiv. Es gelang die Arbeitslosenzahlen merklich zu verringern und durch Lohnerhöhungen die Kaufkraft der Lohnabhängigen zu erweitern. Die nationale Produktion stieg an. Diese positiven Effekte führten zur Zunahme der Unterstützung für die Regierung, wie sich dies 1971 in den Kommunalwahlen zeigte [3].

_______________________________________

1. Koch, Max, Unternehmen Transformation – Sozialstruktur und gesellschaftlicher Wandel in Chile, Vervuert, Frankfurt am Main, 1998, S.794
2. ebd., S.795
3. Lundahl, Mats, El camino a la dictadura: Desarollo político y económico en Chile 1952-1973, in: Garcia, Rigoberto (Hrsg.), Economía y política durante el gobierno militar en Chile, 1973-1987, Fondo de cultura economica, México, 1989, S.42

Zwar setzte sich Salvador Allende, der Kandidat der UP, nur durch, weil die rechten Parteien und die PDC [1] sich nicht auf eine gemeinsame Kandidatur einigen konnten, doch bedeutete dieser Wahlsieg eine breite Unterstützung durch die unterprivilegierten Schichten und Teilen der Mittelschicht wie der Intellektuellen Chiles.
Somit gelang es 1970 die relative Mehrheit in den Präsidentschaftswahlen zu erreichen, doch mit nur 36,5 % war dies ein denkbar knappes Ergebnis. Zwar hatte die UP das Amt des Präsidenten und die damit verbundenen erheblichen Machtbefugnisse in Händen, aber die Opposition aus rechten Parteien PN [2]und Zentrumspartei PDC kontrollierten zusammen den Kongress und den Senat. Ohne eine Mehrheit in der Legislative konnte die UP verschiedene gesetzliche Initiativen, die notwendig waren, um ihr ambitioniertes Sozial- und Wirtschaftsprojekt oder gar die substantielle Umwandlung der Gesellschaft durchzuführen, nicht beschließen. Die UP war darauf angewiesen, die ihr positiv gestimmten Teile der PDC für sich zu gewinnen oder mit ihren politischen Maßnahmen große Teile der Mittelschicht von ihrem Projekt zu überzeugen.
Mit dem Wahlsieg der UP in den Präsidentschaftswahlen von 1970 sah sich die rechte Opposition gegen die Regierungsübernahme Allendes vor die Frage gestellt, ob sie die Regierung Allendes anerkennen oder sie mit allen Mitteln verhindern sollte. Sie entschied sich dafür, die Regierungsübernahme zu verhindern, indem sie Alessandri, den Zweitplazierten der Präsidentschaftswahl als Präsident vorschlug. Sie versuchte diese Strategie dadurch zu unterstützen, dass sie ein Klima der Angst und Unsicherheit propagierte. Wie weit diese Terror-Kampagne ging, lässt sich an dem tödlichen Attentat auf den Oberkommandierenden der Streitkräfte, General Schneider, durch eine rechte Terrorgruppe ersehen [3]. Mit ihm wurde ein Hauptvertreter der „Konstitutionalisten“ getötet, der sich deutlich für eine Unterordnung der Streitkräfte unter die formal gewählte Regierung ausgesprochen hatte.
Die Zentrumspartei PDC ließ sich auf diese Strategie der rechten Parteien nicht ein und stimmte traditionell für den Erstplazierten der Präsidentschaftswahl. Nicht aber ohne vorher der Allende-Regierung die Zusicherung abzupressen, dass diese sich an die verfassungsmäßige Ordnung hält [4].

_______________________________________

1. Partido Demócrata Cristiano (PDC – Christdemokratische Partei)
2. Partido Nacional (PN – Nationale Partei)
3. „Die Rechte hat ihrerseits mit diversen versteckten und offenen Obstruktions- und Terrormanövern versucht, die Präsidentschaft Allendes zu verhindern. Mit dem tödlichen Attentat auf den Oberkommandierenden der Armee, General Schneider, im Oktober 1970 sei hier nur der spektakulärste Fall genannt.“ Koch, Max, Unternehmen Transformation – Sozialstruktur und gesellschaftlicher Wandel in Chile, Vervuert, Frankfurt am Main, 1998, S.31
4. Unterzeichnung der verfassungsmäßigen Garantien

1969 gründete sich die Unidad Popular (UP) als ein Wahlbündnis linker Parteien (PC, PS, PR, MAPU und PIR [1] ). Das Programm dieses Wahlbündnis beinhaltete eine Situationsanalyse Chiles und benannte klar die Maßnahmen, die das Wahlbündnis zu verwirklichen suchte. Die UP kritisierte an der Lage Chiles, dass es ein vom Imperialismus abhängiges Land sei, das von einem Sektor der Bourgeoisie beherrscht werde, der eng mit dem ausländischen Kapital verbunden, und der deshalb nicht in der Lage sei, die dringendsten Probleme des Landes zu lösen [2].
Die UP kritisierte die hochgradige Konzentration der Wirtschaft. So verfügten 3% der Firmen über 60% des chilenischen Innlandskapitals [3]. Die UP bestimmte den Großgrundbesitz zur Hauptursache der Misere der Landbevölkerung und der Probleme in der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln [4].
Die Effekte dieser abhängigen Wirtschaftsweise, wie die Inflation [5]und wirtschaftliche Stagnation, wurden von den UP-Theoretikern als innerkapitalistische Probleme gedeutet, die durch eine radikale Neuausrichtung der nationalen Wirtschaft überwunden werden könnten. Daher sah die UP ihre Hauptaufgabe in der Aufhebung der Abhängigkeiten Chiles gegenüber dem Weltmarkt und der Herrschaft der Oligarchie im Inland. Schlussendlich sollte eine Lösung der Probleme Chiles nur durch die Entwicklung hin zu einer sozialistischen Gesellschaft möglich sein.
Um dieses Ziel zu erreichen, rief die UP die benachteiligten Teile der Bevölkerung (Arbeiter, Landbevölkerung, pobladores [6]) dazu auf, am Projekt eines neuen Chiles mitzuarbeiten. Dabei sollte es zum Einen darum gehen, die demokratischen Errungenschaften aus den politischen Kämpfen der unterprivilegierten Schichten zu sichern und weiter auszubauen [7], zum Anderen um die endgültige Erringung der politischen Macht für diese Schichten, was zugleich die Ablösung der alten Machteliten bedeuten sollte [8].
Für die Realisierung ihrer Ziele sah die UP die Verstaatlichung wichtiger Sektoren der chilenischen Wirtschaft vor. Die Neuorganisation der Wirtschaft sollte in einer Aufteilung der Wirtschaft in einen privaten, staatlichen Sektor und einen Mix aus beiden bestehen. Mit der staatlichen Kontrolle des industriellen Sektors wollte die UP gewährleisten, dass sich die chilenische Inlandsproduktion auf die Befriedigung der elementaren Bedürfnisse der chilenischen Bevölkerung konzentrierte.
Auch war die Kontrolle des Bankensektors vorgesehen, um die ambitionierte Wirtschafts- und Sozialpolitik finanziell abzusichern. Die Vorherrschaft des Großgrundbesitzes sollte durch eine Weiterführung und Ausweitung der Landreform gebrochen und die dadurch frei gemachten Anbauflächen für die Steigerung der Inlandsversorgung mit Lebensmitteln verwand werden. Die Arbeitsmarktpolitik der UP sah vor, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, und die Lohnpolitik sollte hohe Löhne garantieren, um die Zahlungsfähigkeit gerade der ärmsten Lohnabhängigengruppen zu erhöhen.
Das Programm der UP war ein Konsenspapier, auf das sich die linken Bündnispartner der UP einigen konnten. Dieses Bündnis war keineswegs homogen, sondern beinhaltete unterschiedlich radikale linke Gruppen, die verschiedene Ansichten darüber hatten, wie die Transformation der kapitalistischen chilenischen Gesellschaft in eine sozialistische vollführt werden sollte. Die Parteien der UP sahen sich dabei als politische Vertreter eines Klassenkampfes, den sie innerhalb der demokratischen Institutionen, die den konservativen Machteliten dienten, ausfechten wollten [9].

_________________________________________

1. Partido Comunista (PC – Kommunistische Partei), Partido Socialista (PS – Sozialistische Partei), Partido Radical (PR – Radikale Partei), Movimiento de Acción Popular Unitaria (MAPU – Bewegung der vereinigten Volksaktion) und Partido de Izquierda Radical (PIR – Radikale Linke Partei)
2. Programm der Unidad Popular, zitiert aus: La via chilena al socialismo, siglo veintiuno sa, mexico, 1973, S.269
3. Max Koch, Unternehmen Transformation. Sozialstruktur und gesellschaftlicher Wandel in Chile, Frankfurt am Main, 1998, S.792
4. Programm der Unidad Popular, zitiert aus: La via chilena…, S.273
5. ebd. S.273
6. Bewohner der Elendsviertel
7. Programm der Unidad Popular, zitiert aus: La via chilena…, S.275
8. „…, sino llevar a cabo los cambios de fondo que la situación de nacional exige sobre la base del traspaso del poder, de los antiguos grupos dominantes a los trabajadores, al campesinado y sectores progresistas de las capas medias de la ciudad y el campo.“ („…, um fundamentale Veränderungen durchzuführen, die die nationale Situation verlangt, auf der Basis der Übergabe der Macht, von den alten dominanten Gruppen zu den Arbeitern, der Landbevölkerung und den progressiven Sektoren der Mittelschichten in der Stadt und auf dem Lande.“ Übersetzung) Programm der Unidad Popular, La via chilena…,S.275
9. Programm der Unidad Popular, zitiert aus: La via chilena…, S.275

Hoy empiezo con la columna historia, con la que quiero dar un breve resumen de los acontecimientos historicos que se desarollaron durante el gobierno de Allende. Esta columna quiere dar cuentas sobre las metas generales de la administración de Allende y de la oposición que se genero contra su realización. En pequeños articulos quiero nombrar los diferentes acontecimientos, actores y circunstancias.
Los articulos en su mayoria son resumenes de mi memoria de sociologia titulada trabajo de memoria y cultura del recuerdo en Chile – Debate de punto final en el periodico El Mercurio en el 30 aniversario del golpe chileno?. En este trabajo he intentado de describir el conflicto en Chile. Mi meta fue de describir como se trato en el año 2003 – 30 años despúes del golpe – este evento trumatico. Para mi era de suma importancia investigar cuales eran y son los obstaculos que impiden el recuerdo y un trabajo racional sobre la memoria. Que esto hasta ahora no sea posible es importante de constatar, para explicar la situación del Chile de ahora.

Traduccion de Geschichte der Allende-Regierung und ihres Sturzes: Teil 1 – Einleitung

Primera introducción a este blog

Despúes de 33 años de la represión violenta contra el movimiento de la „Unidad Popular“, Chile se presenta como una nación moderna que busca su bienestar en una orientación de la economía hacia el mercado mundial. En el mundo entero, los analistas financieros convergen en la representación de Chile como un modelo de participación exitosa en el mercado mundial por parte de un país latinoamericano en desarrollo. Al interior del mercado mundial y el mercado de las finanzas, Chile es un país muy bien percibido y que fue ubicado en los últimos años en una buena posición en los rankings económicos. Además, es considerado como un país digno del crédito mundial. Estos datos macroeconómicos refuerzan a la alianza centro-izquierdista “la Concertacion” (que gobierna a Chile desde la transferencia del poder de la junta militar a un gobierno „democrático“) en su seguimiento de la orientación económica impuesta por los militares.

Esto significa para Chile la continuación de un programa económico que tiene su fundamento en una orientación delimitada de su economía como economía de exportación, lo cual generalmente consiste en la explotación de las materias primas del país. El cobre, la pesca y la industria forestal representan, por tanto, los productos principales con los cuales Chile genera un flujo constante de divisas. Esta política económica va de la mano con la doctrina politica de un „estado delgado“ (lo cual se traduce en la inexistencia de un seguro social estatalmente organizado, la posición de subsiriaridad del estado hacia los problemas económicos de la población chilena y por una modernización y racionalización de las tareas administrativas) que determina su función en la creación de las condiciones económicas básicas. Por esa razón, la administración chilena se limita a desarollar la infraestructura del país, en términos generales, no para mejorar las condiciones de vida de la población, sino para crear las condiciones generales del negocio de las industrias de exportación. Estos pueden ser p.e. la construcción de buenas y rápidas vías para el transporte de las materias primas.

El imperativo economico, según el cual se tienen que hacer todas las medidas necesarias para sacar provecho de la orientación general de la economía chilena, tiene efectos masivos en la estructura social del país. La prioridad no se centra en las medidas sociales para mejorar el nivel de vida de la población chilena, ni el de los más pobres de esta, sino en el funcionamiento ilimitado de la explotación de las materias primas para la exportación. Por eso, en Chile sólo se desarolla una producción interna si es necesaria para el funcionamiento de la industria de explotación.

Esto significa que la mayoría de las industrias del país tiene su fundamento en la producción adicional para la industria de exportación de materias primas. La explotación de las materias primas altamente automatizada y racionalizada necesita para su funcionamiento general una industria de repuestos. Aunque algunos sean importados, la mayoría de los repuestos es producido en el país. A pesar de que exista una demanda por parte de las industrias principales, la presión por rentabilizar en estas industrias mismas hace que gran parte de la producción sea externalizado. Esto tiene como efecto que la mayoría de las proveedores estén en una continua competición por las demandas.

ESTE ARTICULO SE CONTINUARA MÁS ADELANTE

traducción al español de „Einleitende Worte zu diesem Blog“

Ich beginne heute mit der Rubrik Geschichte, um einen Abriss der historischen Ereignisse zu geben, die während der Allende-Regierung stattgefunden haben. Diese Rubrik soll Aufschluss darüber geben, welche die allgemeinen Ziele der Allende-Adminsitration waren und welchen Widerständen sie sich ausgesetz sah. In kleinen Artikel werde ich verschiedene wichtige Ereignisse, Akteure und Umstände nennen.
Die Artikel sind im Großen und Ganzen aus meiner Magisterarbeit Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur in Chile – Schlusspunktdebatte in der Zeitung El Mercurio zum 30. Jahrestag des chilenischen Putsches?. In dieser Arbeit habe ich versucht den Konflikt in Chile darzustellen. Mein Ziel war es zu beschreiben wie 2003, 30 Jahre nach dem Putsch, mit diesem traumatischen geschaftlichen Ereignis umgegangen worden ist. Dabei war mir besonders wichtig, zu ergründen, an welchen sozialen und politischen Widerständen eine Erinnerung und eine vernünftige Aufarbeitung derselben scheitert. Gerade dieses Scheitern halte ich für eine wichtigen Umstand, um das heutige Chile verstehen zu können.