Nach 33 Jahren, seit der gewaltsamen Unterdrückung der Bewegung
„Unidad Popular“, ist Chile eine moderne Nation, die ihr Glück und das
ihrer Bewohner in einer radikalen Ausrichtung der heimischen Ökonomie auf den Weltmarkt hin sieht. Weltweit sehen Finanzanalysten in Chile ein Modell für die erfolgreiche Teilnahme eines Entwicklungslandes in Lateinamerika am Weltmarkt . Chile ist auf dem Weltmarkt und den weltweiten Finanzmarkt ein gern gesehener Gast, der in den letzten Jahren ein erfolgreiches Ranking nach dem Anderen erhält und mit Kredit weltweit rechnen kann. Die makroökonomischen Daten bestärken das Mitte-Links-Bündnis „Concertacion“, das Chile nach der dem Rückzug der Militärjunta regiert, darin, mit der von den Militärs übernommenen Ausrichtung der Ökonomie weiter zu machen.

Dies bedeutet für Chile die Weiterführung eines wirtschaftslichen Programms, das seine Grundlage in der schrankenlosen Ausrichtung der Wirtschaft als eine Exportwirtschaft hat, die sich auf den Abbau natürlicher Ressourcen des Landes beschränkt. Kupfer, Fischfang und Forstwirtschaft sind daher die Hauptprodukte, mit denen Chile einen ständigen Fluss an Devisen erwirtschaftet. Flankiert wird diese Wirtschaftspolitik durch eine Doktrin des schlanken Staates (also das Fehlen einer staatlich organisierten Sozialversicherung, eine subsidieren Haltung des Staates in Bezug auf die ökonomischen Probleme der Einwohner und eine Modernisierung der Staatsbetriebs), die die Hauptaufgabe des Staates nur darin sieht, die ökonomischen Grundbedingungen zu schaffen. Daher „beschränkt“ sich die chilenische Administration darauf, die Infrastruktur des Landes auszubauen, nicht um generell die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern, sondern den Exportindustrien gute Voraussetzungen für ihr Geschäft herzustellen, wie z.b. gute Verkehrsanbindungen, zum schnellen Abtransport der devisenträchtigen Rohstoffe.

Der ökonomische Imperativ, wonach alles getan werde müsse, damit Chile weiterhin von der Ausrichtung seiner Ökonomie profitiert, wirkt sich massiv auf die soziale Struktur des Landes aus. Vorrang vor jeder sozialen Verbesserung der Lebensbedingungen, gerade der der Ärmsten des Landes, hat das schrankenlose Funktionieren der exportabhängigen Rohstoffwirtschaft. Daher wird in Chile selbst die Ausbildung einer Inlandproduktion nur insofern vorangetrieben, wie sie notwendig ist, um das Funktionieren der Rohstoffwirtschaft zu ermöglichen.

Dies bedeutet, dass ein Großteil der chilenischen Binnenwirtschaft seine Grundlage in der Zuliefererindustrie für die exportorientierte Rohstoffwirtschaft hat. Die hochautomatisierte und rationalisierte Förderung von Rohstoffen für den weltweiten Rohstoffmarkt bedarf um aufrechterhalten zu werden, der beständigen Zulieferung von Ersatzteilen, die zwar auch importiert, aber Großteils im eigenen Land produziert werden. Wobei der Rationalisierungsdruck in den Hauptindustrien dazu geführt hat, dass große Bereiche der Rohstoffproduktion outgesourct worden sind und viele kleine Betriebe um die Aufträge gnadenlos konkurrieren.

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One Response to “Einleitende Worte zu diesem Blog”

  1. aelita1 Says:

    Verhält es sich mit der Binnenwirtschaft wirklich so, denn aus anderen Quellen geht hervor, dass die Binnenwirtschaft ein Jahreswachstum von 6 % hat. Ob dies wirklich nur einer Zuliefererindustrie zuzurechnen ist oder, ob mehr Konsumgüter im eigenen Land produziert werden, wäre da die Frage.


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